Fataki Flüchtlingslager: MSF warnt vor Ebola-Todefall und Zusammenbruch der Basisgesundheit – 65.000 Menschen ohne Wasser

FATAKI/ITURI – Im Flüchtlingslager Fataki mit über 65.000 Menschen ist bereits ein Ebola-Todesfall unter verdächtigen Fällen des Bundibugyo-Stammes eingetreten. Ärzte ohne Grenzen (MSF), die seit Monaten Teams im Lager betreiben, meldeten am 21. Mai die düstere Bilanz: Ein Patient verstorben, Kontaktverfolgung läuft, kleine Isolierstation eingerichtet. Aber die kritische Botschaft war eine Warnung vor dem größeren Kollaps: Schwangere Frauen ohne Geburtshilfe, Kinder ohne Impfschutz, Malaria-Patienten ohne Behandlung, Wasserzugang „extrem eingeschränkt“. MSF appellierte an alle Akteure der Ebola-Bekämpfung: „Vergesst nicht die Bedürfnisse der Bevölkerung, die nicht mit Bundibugyo zusammenhängen.“ Das Lager zeigt, was überall in Ituri geschieht – während Ebola alle Aufmerksamkeit fesselt, zerfällt die Basisgesundheit. „“ weiterlesen

20.05.2026

Ebola-Epidemie größer als gemeldet: Imperial College warnt vor 400–1.000 Fällen – während Opposition gegen Verfassungsputsch mobilisiert

ITURI/KINSHASA – Eine Studie des Imperial College London und der WHO (veröffentlicht am 18. Mai) revidiert die Ebola-Fallzahlen drastisch nach oben: Nicht 336, sondern 400–1.000 tatsächliche Fälle bis 17. Mai in der DR Kongo. Am 19. Mai meldete Gesundheitsminister Roger Kamba offiziell 543 wahrscheinliche Fälle, 136 Todesfälle. Die US-CDC stellt Ituri in Risikostufe 4 (Reisen nicht ratsam). Washington erklärt, dass die Fähigkeit, US-Bürgern dort Notfallhilfe zu leisten, „äußerst begrenzt“ ist. Parallel zerfällt die medizinische Infrastruktur vor Ort: Mongbwalu Krankenhaus überlastet (Patienten auf dem Boden), Bunia Behandlungszentrum fehlen Betten/Medikamente/Isolierstationen. Ein amerikanischer Arzt, Peter Stafford, wurde nach Deutschland evakuiert; seine Frau Rebekah sitzt mit vier Kindern in Quarantäne. Goma und Bunia Apotheken werden überrannt, Maskenpreise verdoppeln sich. Gleichzeitig mobilisiert die Opposition in Kinshasa: Am 19. Mai gründete die Koalition C64 (Artikel 64 – Recht auf Widerstand) eine breite Front gegen Tshisekedis geplante Verfassungsrevision zur dritten Amtszeit. Martin Fayulu (Lamuka), Jean-Marc Kabund (Linke Union), Moïse Katumbi (Ensemble), Delly Sessanga (Envol), Matata Ponyo (LGD) + 50 Bürgerbewegungen sind dabei – Kabila-Anhänger ausdrücklich ausgeschlossen als „rote Linie“. Der Kampf um Verfassungsartikel 220 (Amtszeitbegrenzung) hat begonnen. „20.05.2026“ weiterlesen

19.05.2026

Ebola-Epidemie in der DR Kongo: Massiver Ausbruch mit Verzögerung und regionaler Ausbreitung

513 Verdachtsfälle, WHO-Notfall, Uganda und USA reagieren

KONGO/UGANDA – Die Ebola-Epidemie durch den seltenen Bundibugyo-Stamm breitet sich über die Grenzen der DR Kongo aus. Bislang 513 Verdachtsfälle und 131 Todesfälle in Ituri und Nord-Kivu. Die WHO rief am 18. Mai internationalen Gesundheitsnotstand aus. „19.05.2026“ weiterlesen

18.05.2026

Ebola in der DR Kongo: Experten warnen vor hohem Ausbreitungsrisiko

Bundibugyo-Stamm ohne Impfstoff – Interviews mit Virologe Blaize und Prof. Muyembe

ITURI/KINSHASA – Mit 246 Verdachtsfällen und 80 Todesfällen (Stand 17. Mai) warnen internationale Virologen vor einer Eskalation. Die WHO erklärte den Ausbruch zur gesundheitlichen Notlage von internationaler Tragweite (PHEIC). Experten betonen: Der seltene Bundibugyo-Stamm erfordert klassische Containment-Maßnahmen – es gibt keinen Impfstoff. „18.05.2026“ weiterlesen

15.05.2026

Presseüberblick: 15. Mai 2026

Ebola-Ausbruch in Ituri, Ernährungskrise und regionale Konflikte beherrschen die Schlagzeilen

ITURI/KINSHASA – Der 15. Mai 2026 markiert einen kritischen Tag für die DR Kongo: Das Africa CDC bestätigt offiziell einen Ebola-Ausbruch in Ituri mit mindestens 8 laborbestätigten Fällen. Gleichzeitig warnen UN-Organisationen vor einer beispiellosen Ernährungskrise mit 26,5 Millionen betroffenen Menschen. Im Osten eskaliert der Kampf gegen die ADF-Miliz, während wirtschaftliche Unsicherheit die Preise in Kinshasa in die Höhe treibt. „15.05.2026“ weiterlesen

15.05.2026

Weltbank-Bericht: 5,3 Milliarden Dollar – Der Preis der Staatsbetriebe-Katastrophe

Stromausfälle, Wassermangel und politische Lähmung: Wie die DR Kongo ihre Infrastruktur ruiniert

KINSHASA – Ein exklusiv von RFI eingesehener Weltbank-Bericht zur Wirtschaftslage der DR Kongo zieht Bilanz: Die kongolesischen Staatsbetriebe sind kein Finanzproblem mehr – sie sind ein systemisches Wrack, das das Land um zwei Prozentpunkte Wachstum pro Jahr kostet. Zwischen 2014 und 2023 beliefen sich die kumulierten Verluste auf 5,3 Milliarden US-Dollar – fast das gesamte jährliche Gesundheitsbudget des Landes. „15.05.2026“ weiterlesen

14.05.2026

Presseüberblick: 14. Mai 2026

Opposition mobilisiert gegen Tshisekedi – Kriegsverbrechen, ADF-Terror und Hoffnung auf Frieden prägen die Agenda

KINSHASA/OSTEN – Der 14. Mai 2026 zeigt die DR Kongo im Widerspruch: Während die politische Opposition in Kinshasa und im Exil gegen eine mögliche verfassungsmäßige Machtergreifung mobilisiert, wüten im Osten bewaffnete Gruppen und Sicherheitskräfte. Gleichzeitig werden erste Schritte zu Friedensverhandlungen sichtbar. Ein Überblick über die wichtigsten Entwicklungen des Tages. „14.05.2026“ weiterlesen

14.05.2026

Human Rights Watch: 62 dokumentierte Tötungen in Uvira – M23 und Ruanda als Besatzungsmacht

Bericht „Wir sind Zivilisten!“ deckt systematische Kriegsverbrechen auf – standrechtliche Hinrichtungen, Vergewaltigungen, Zwangsrekrutierungen

UVIRA – Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hat einen umfassenden Bericht zur M23-Besatzung der Stadt Uvira vorgelegt. Der Bericht „Wir sind Zivilisten!“ dokumentiert systematische Kriegsverbrechen: 62 belegte standrechtliche Hinrichtungen und Tötungen, flächendeckende Vergewaltigungen und Entführungen zur Zwangsrekrutierung. HRW kommt zu dem Ergebnis, dass Ruanda nach internationalem Recht als Besatzungsmacht gilt und M23-Kommandeure und ruandische Militärangehörige rechtlich für Kriegsverbrechen verantwortlich sind. „14.05.2026“ weiterlesen

13.05.2026

Presseüberblick: 13. Mai 2026

Kinderhandel, politische Unterdrückung und M23-Rückzug – Die DR Kongo zwischen humanitärer Krise und diplomatischen Manövern

KINSHASA/OSTEN – Der 13. Mai 2026 offenbart die DR Kongo im Widerspruch: Während die IOM warnt, dass Hunderte Kinder verschwinden, drosselt die Regierung die Pressefreiheit. Im Osten zieht sich die M23 taktisch zurück – unter internationalem Druck, nicht aus echtem Friedenswillen. Ein Überblick über die wichtigsten Entwicklungen. „13.05.2026“ weiterlesen

12.05.2026

Presseüberblick: 12. Mai 2026

Gesundheitskrise, Justizunterdrückung und Verfassungs-Showdown – Der DR Kongo zeigt ihre Bruchlinien

KINSHASA/OSTEN – Der 12. Mai 2026 ist ein Tag der Widersprüche: Der Gouverneur feiert kostenlose Augenchirurgie, während Millionen ohne Trinkwasser leiden. Die Regierung verfolgt Kritiker, während die Opposition ihr vorwirft, die Verfassung zu zerreißen. Im Osten zieht sich die M23 zurück – doch nicht aus Friedenswillen, sondern unter US-Druck. Ein Tag, der zeigt, wo die DR Kongo steht. „12.05.2026“ weiterlesen